Wie Projekte aus den großen Fonds auf regionale Teilprojekte heruntergebrochen werden, sei an einigen kleinen Beispiel aus dem EFRE gezeigt:
Nehmen wir einmal eine engere Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Also beispielsweise von Deutschland aus im alpenübergreifenden Verkehr zusammen mit Frankreich, Slowenien, Italien, Österreich. Hinzu kamen die Schweiz und Liechtenstein als Nicht-EU Länder. Dafür gibt es innerhalb des EFRE das Interreg B Programm. Dieses lief und läuft seit Jahren und sorgt sukzessive für Anpassungen in den Bereichen etwa von öffentlichem Nahverkehr und Straßen. Zurzeit, also von 2014 bis 2020, ist der Teilbereich Interreg B (darin sind noch andere Schwerpunkte enthalten) in der Version V mit rund 2 Mrd EUR ausgestattet. Dies wird auf Bundesebene vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) koordiniert. Und vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Sowie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dazu kommt noch das Auswärtige Amt. Zusätzlich greifen für diverse Etatgrößen und Projekte Koordinierungsstellen der Länder.
Ganz anders ist die Zuständigkeit in der Euregio, die auch im Rahmen des Interreg an der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland tätig ist. Hier koordiniert für den Bereich Rhein-Waal eine Stelle in Kleve mit niederländischer Leitung der täglichen Aufgaben. Für den Bereich Ems-Dollart ist eine Koordinierungsstelle in Bad Nieuweschans verantwortlich. Die Euregio Rhein-Maas-Nord sitzt in Mönchengladbach. Übergreifend federführend für Deutschland Niederlande ist das GIS in Kleve, das gemeinsame Interreg Sekretariat. Im Gegensatz zum Verkehrsprogramm in den Alpen stehen der Arbeitsmarkt, Bildung, Begegnung und eher kleine Verkehrsprojekte auf der Agenda.
Alle Interreg-Mittel kommen letztendlich aus dem EFRE. Die Zielsetzungen, Koordinationsstellen und Schwerpunkte sind grundverschieden.
Was nun die Fördersitutation angeht, überschneiden sich einige Teile des Interreg aus dem EFRE mit Teilprogrammen des ESF. Bei beiden kann es um Arbeit und Bildung gehen. Was zu bevorzugen ist, findet man erst nach einer Recherche und ggf. Gesprächen mit den Koordinierungsstellen heraus.
Noch spannender wird es bei verschiedenen Aufgabenn auf Landesebene. Berlin ist ein Bundesland. Im Bereich des sogenannten Quartiersmanagement kann man bis auf kleine Stadtteile Fördermittel erhalten. So gelten für den Bereich Boulevard Kastanienallee in Berlin (55 ha, mehr oder minder mitten in der Stadt) andere Fördermöglichkeiten als in den wohlhabenderen Stadtteilen.
Ein Vergleich von Fördermitteln ist also dringend geboten, gerade bei Regionalbezug.